Die Geschichte der Europameisterschaft für Border Collies

von Henk Verhoeven; Übersetzung, Überarbeitung und Ergänzung: Doris Brand

Die ISDS wurde 1906 in Großbritannien gegründet. Ihr Hauptziel war die Verbesserung der Qualität bei der Arbeit mit dem Vieh. Teilweise durch bessere Information von Handlern und der Öffentlichkeit, aber vor allem durch Verbesserung des arbeitenden Hütehundes, des Border Collies. Hierfür wurde ein Zuchtbuch eingerichtet, und die Trials, die bis dahin mal hier und mal dort stattfanden, wurden in eine Struktur eingebunden und “gekrönt” mit jährlich stattfindenden National Trials und dem International Sheepdog Championship. An diesen Wettbewerben nehmen die besten Hunde Großbritanniens teil. Ein solches Trial zu gewinnen, brachte ungeahnten Ruhm für Hund und Handler. Die Gewinner der vergangenen 110 Jahre (die ISDS hat 2007 das hundertjährige Bestehen dieser Wettkämpfe gefeiert) sind noch heute bekannt, und ihre Namen findet man in den Stammbäumen der heutigen Gewinner.

In Großbritannien gibt es diese Hütehundewettbewerbe schon seit 1873.

gillian snuffGillian Hugo und Snuff

Auf dem Kontinent fand die erste Europameisterschaft im Jahr 1985 auf Initiative der Schweizerin Odette Lieber statt; Jim Easton wirkte als Richter. Was in Großbritannien hundert Jahre brauchte, geschah auf dem Kontinent gleich beim ersten Mal: Eine Frau gewann das Finale. Die Französin Gillian Hugo und ihr Hund Snuff konnten sich "Erste Europameister für Hütehunde" nennen. 

Die teilnehmenden Länder beschlossen bei ihrem Treffen in Genf, dieses sehr erfolgreiche Ereignis jährlich zu wiederholen. So führte die Initiative der "Grand Old Lady" Odette Lieber zur Gründung des Organizing Committee of the Continental Sheepdog Championship, kurz CCSC, das verantwortlich ist für die Organisation dieser Europameisterschaft. Lange Jahre war Philip Hendry, Chairman der ISDS, Vorsitzender des CCSC, bis Jim Easton, sein Nachfolger, diesen Posten übernahm. Joséphine de Jong aus den Niederlanden war lange Jahre Sekretärin des CCSC. Ihre Nachfolgerinnen im Amt waren Liesbeth Wijburg und Rikke Andersen. Zur Zeit nehmen 16 Länder mit mehr als 100 Startern an der Europameisterschaft teil; das letzte Land, das sich anschloss, ist Ungarn.

Das CCSC entscheidet, ob die Trials eines sich um Mitgliedschaft bewerbenden Landes nach den Regel der ISDS veranstaltet werden und ob das Trial-Niveau hoch genug ist. Im ersten Jahr dürfen zwei Teams (jeweils Hund und Handler) teilnehmen; ihre Ergebnisse entscheiden, ob im folgenden Jahr weitere Teams willkommen sind.

Die Europameisterschaft ist erwachsen geworden. Von einem kleinen Wettbewerb mit einer begrenzten Zahl an Ländern ist sie gewachsen zu einem Ereignis, das sich in allem messen kann mit den famosen Internationals in Großbritannien. Dies wird auch sichtbar bei Wettbewerben wie den World Trials und andern Trials in Großbritannien, die die kontinentalen Handler besuchen, seit die Quarantäneregeln sich verändert haben. Eine Kostprobe hiervon sehen Sie in diesen Tagen in Wittbek.